Blog
utorak, rujan 23, 2014

Das beigefügte Bild dient der Illustration. Ich vermute die Originalvorlage als einfacher und reduziert in der Ausführung. (Branislav Knežević)

 

"Denkblätter aus Jerusalem, 1856, By: Tobler, Titus., S.204-206
Eine merkwürdige Ziererei der Haut bei frauen und noch mehr bei Männern ist die bleibende Färbung und Zeichnung der Haut durch Tätowiren. Namentlich Pilger wollen ein solches unauslöschliches Andenken nach Hause bringen. Doch machen die Griechen eine Ausnahme, indem sie es, laut der Schrift, für Sünde halten. Die Pilgerzeichen trägt man gewöhnlich am Forderarme, manchmal wohl auch auf der Brust. In Jerusalem geben sich mit dem Tätowiren fünfzehn Männer, so Lateiner als Armenier, ab. Die Operazion heißt bei den Arabern Dak 1 (Berggren (1,329) schreibt Dass und Lane (1,´56) duck´ck.) und wurde zu meiner Zeit in einem Hause zwischen der neuen Taferne und dem großen armenischen Kloster verrichtet. Zum Tätowiren bedarf man eines Models, eines Farbstoffes und eines Stechinstrumentes. Der Model ist von Holz wie bei unsern Druckern, aber doppelt, d.h., zu Ersparung von Holz erscheinen auf beiden Seiten zwei verschiedene Model. Es gibt überhaupt eine kleine Auswahl von Bildern oder Zeichen, die man auf die Haut überträgt. Ein Bild z.B. stellte Johannes den Evangelisten mit Feder und Buch dar. Der Farbstoff, in einem bleirenen, kegelförmigen gefäße aufbewahrt, und etwas dicker, als Tinte, so wie von Farbe blau, besteht aus einer Mischung von Schießpulver, Indigo und Essig. Der Araber nennt das Gemische Che.ber oder heber (Tinte). Dieses Pigemnt wird auf den Model gestrichen, dieser auf die Haut gedruckt, und so erhält man den Abdruck. Nun streicht der Operator Farbe in die Nähe der zeichnung, ergreift mi der linken, Haut anspannend, den zu operirenden Theil, und mit der Rechten operirt er, in der er eine feine, lange, mit einer Art Handgriff versehene Doppelnadel hält, um diese, in die Farbe getupft, 1.. tief den gedruckten Linien nach einzustechen 2. (wenn ich mich recht erinnere, heißt dieses Stechen bei den Arabern Stobtim.) Solches geschieht mit vieler Gewandheit. Sehr selten fließt ein wenig Blut nach. Allerdings verursacht die Operation einige, doch keine bedeutende Schmerzen. Der Arm zeigte bei einem Manne eine Gänsehaut. Am meisten Schmerzen erregt es, wenn, nach Vollendung der Stiche, die Farbe kräftig eingerieben wird. Die Operazion nimmt für einen Arm allein einen halben Tag weg, und kostet dann 10 Piaster. ich sah einen Arm einen Tag nach dem Dak (Tätowiren); die Entzündung oder Reizung war höchst geringe, und ich hörte sonst nichts von nachteiligen Folgen." 




LOOKINTOMYFACE @ 21:55 |Komentiraj | Komentari: 0
ponedjeljak, rujan 22, 2014
TATTOOING - ORIENTAL AND GIPSY

by Albert Thomas Sinclair, American Anthropologist, Volume 10, Issue 3, 1908



LOOKINTOMYFACE @ 23:06 |Komentiraj | Komentari: 0
utorak, kolovoz 12, 2014
Author: Drower, E. S. (Ethel Stefana), Lady, 1879-1972., cultural anthropologist



Title: Peacock angel; being some account of votaries of a secret cult and their sanctuaries Published: London, J. Murray [1941]

http://www.avesta.org/yezidi/peacock.htm

Chapter VIII: "SAIREY GAMP" AGAIN.

"When we returned, the inevitable Sairey had arrived. I had already warned A. and apologized for our constant visitor. This afternoon, however, she was not alone: she had brought two daughters, one a married woman, and the other a bride. We prepared tea for them and ourselves.

This afternoon Sairey had all excuse, one of her daughters was a tattooist and she knew I was interested in the art. But that was not all: she wheedled a little, she had seen the silk that I had given to Rashid's wife, and surely I had a roll for her — was not the feast approaching? Now Sairey had at various times received money, and I had already earmarked my limited store of gifts, some of which were reserved for the visit to Shaikh ‘Adi. Regretfully, I refused, but A. immediately lightened the situation; she had brought with [75] her some charms in Hebron glass against the Evil Eye, a whole string of them in blue, black, white, and yellow, each bead representing an Eye. These proved an immediate salve, and never failed to give delight whenever and wherever she bestowed them.

We talked of tattooing. The women never admit that tattooing has a magic purpose, and tell you that they submit to the process for zîna (decoration) or hilwa (beauty). Here and there, however, marks have been tattooed to keep off pain, and the floriated cross and cross with a dot in each arm, both common designs, are undoubtedly magical and health-preserving signs. The married daughter explained how she worked. The ingredients were sheep's gall, lamp-black (from an olive-oil lamp only) and milk fresh drawn from the breast of the mother of a girl-child. If the baby is a boy, she said, the punctures would fester. The consistency of this mixture must be that of dough. A pattern is traced on the skin with this paste and then pricked in with a needle or two needles tied together with thread. These must draw blood. At first the surface swells up, but later settles down and the design appears in a deep blue. Yazidi women rarely tattoo the entire body as do the women of southern ‘Iraq, but content themselves with adorning the back of the hand, the wrist, forearm, chest, ankle, and lower leg. The favourite designs are these:

(1) The misht, or "comb". By the way, there is no hesitation in pronouncing this word, although I had always heard that it is one of the words which Yazidis will not utter because it contains the consonants sh and t, and suggests the forbidden name Shaitan (Satan). The "comb" is often joined to a circle called the qamr (full moon), or finished by a cross, sometimes plain.

(2) The cross.

(3) The gazelle. This is a conventionalized representation of the animal and is a favourite design. Those [76] that I saw had above the back of the animal a spot, called daqqayeh.

(4) The rijl al-qatai, "sand-grouse foot". This resembles the print left by a bird's foot in the sand.

(5) The moon, either full or crescent.

(6) The lâ'ibi, or "doll", a primitive outline of a human figure with extended arms and legs apart.

(7) The dulab katân, or kiûkiûukh: the spool or spindle.

(8) The rés daqqa, an inverted "V".

(9) The dimlich, a figure which looks like a bag suspended by two strings."



LOOKINTOMYFACE @ 11:40 |Komentiraj | Komentari: 0
petak, srpanj 11, 2014

Branislav Knežević, 11.07.2014, Pforzheim

Ich möchte hier ´den Baum Terebinth´ vorstellen. Als ein ´Zeichen´ den sich die christlichen Pilger im Jahr 1666. in Betlehem ´auff die Arme oder wo es einer zu haben verlanget, zu stechen pflegen´. Es ist mir nicht bekannt wie das Zeichen genau ausgesehen hat. Es dürfte aber, vom Design her, relativ einfach geschnitzt gewesen sein. Ehnlich wie die Bilder auf Holzschablonen der Kopten oder Loreto-Pilger. Vieleicht so ehnlich,  wie diese Zeihnung von dem Augsburger Leonhard Rauwolf, aus dem Jahr 1583. "Aigentliche beschreibung der Raiß, so er vor diser zeit gegen Auffgang inn die Morgenländer"

 
"Der Terpentinbaum (Pistacia terebinthus) ist besonders im Mittelmeerrraum verbreitet. Aus ihrem Harz wird echtes Terpentin gewonnen. Dazu muss die Rinde rinnenartig eingeschnitten werden, damit das Harz ausfließen und in Behältern gesammelt werden kann. Das Terpentin kann von Frühjahr bis Herbst gewonnen werden. Es wird als Zusatz für Lacke, Salben und Seifen ebenso verwendet wie als Binde- und Verdünnungsmittel in der Malerei. Terpentin bildet den Grundstoff für Terpentinöl und Kolophonium. Auch in der Restaurierung wird es als Pflegemittel für Bodenbeläge, Marmortische u.a. gebraucht. Terpentinbäume wachsen in offenen Wäldern und blühen von April bis Juli. Sie gehören zur Gattung der Pistazien, trägt aber keine essbaren Früchte. "
Quelle: http://www.theeuropeanlibrary.org/exhibition-travel-history/detail.html?id=166786

Es ist Jahr 1666. "Palästinafahrer" Franz Ferdinand von Troilo besucht Betlehem und macht folgende Mitteilung:

"Weiln es hier die Gelegenheit giebt, von Bethlehem und deren Inwohnern zu reden, als will auch etwas melden von denen Turcelmannen, deren 8. oder 9. unter den Catholischen gefunden werden, welche denen dahin kommenden, was vor Conditionen sie immermehr sehn mögen, nach dererselben Belieben, doch nicht ohne Trinckgeld, ein Zeichen auff die Armen, oder wo es einer zu haben verlanget, zu stechen pflegen, welches auff folgende Weise geschicht: Sie nehmen Ochsen =Galle, kleingestossene Kohlen, und den fetten auffgehenden Rauch von den Lampen, das mischen sie unter einander, und machen eine ziemlich dick fliessende Dinte daraus, welche sie in einem kleinen glesernen Geschirr bei sich tragen. So haben sie auch über die 60. unterschiedliche in Holtz gestochene Formen und Modellen, das Hierosolymitanische Ritter=Wappen, die Kreutztragung des Herrn, das heilige Kreutz, die gantze Passion, item (lat.item = ebenso), das Zeichen von Nazareth, Maria Verkündigung, den schmertzlichen Weg, den Baum Terebinth und viel andere dergleichen Zeichen und Formen mehr. So nun ein Reisender da, der ein dergleichen Zeichen auff seinen Armen zu haben verlanget, kan er ihm mas, und wie viel deren ihme belieben, auslesen. Der Turcellmann nimmt das auf Holz gestochene Modell, bestreichts erstlich mit dem Kohlzärklein, und druckets auff den Ort, wo es einer haben will, da scheinet es, als wäre es mit einer Reitz=Kohlen abgerissen. Nach diesem hat er zwei mit Baumwollen zusammen=gebundene subtile Nähnadeln, also, das nur die Spitzen, noch ein ziemliches Theil, hervor gehen, und ist ein kleiner Hafft daran von zartem Holtz, auff daß er die Nadeln besser halten und regieren möge. Wann nun alle diese Praeparatorien geschehen, ergreifet er Arm mit einer Hand, und ziehet die Haut wohl ziemlich starck und grob an, und fänget an nach dem Lineamenten des auffgedruckten Modells zu stechen. Wann er dann nun gantz herum ist, wischt er den Ort mit einem Schwamm, den er in Wein eingetuncket hat, fein sauber ab, zu sehen ob etwas daran verfehlet, dasselbe vollends auszubessern. Hernacher spannet er den Arm sehr strenge an, die mit Nadeln gestochene Löcher mehr zu öffnen, und zu erweitern, alsdenn nimmt er das Dicke von der zugerichteten Dinten, und überschmieret den gantzen Flecken von neuen, in die Breite und in die Länge, so weit das Modell erstrecket hat, verbindet es endlich mit einer Leinwant=Binden, und muß also gantzer 8. Tage verbunden verbleiben. Endlich wirds mit Wein das erste mahl fein sauber abgewaschen, und so den andern und dritten Tag. Die Haut fänget sich an von dem Ort abzuscheelen, nicht ein = sondern wohl zwei = oder dreimahl, und bleibet letzlich die Zeichen an seinem Leibe, so lange einer lebet, und solte gleich einer ihme auch so gar die Haut abziehen, wird das eingestochene und gleichsam eingeätzte Mahl dennoch auff dem Fleische gesehen werden. Was dann aber vor ein Schmertz sei, solches auszustehen, wird der am besten zu sagen wissen, der es erfahren. Der Arm, oder das Glied, darauff mann sich zeichnen lässet, entzündet sich gantz und gar von der Ochsen=Galle, welches eine scharffe und beissende Materi an sich selbst ist, derent wegen verursachets bei vielen, die nicht starcker Complexion sein, auch so gar ein hitziges Fieber. So kann auch einer innerhalb 12. Tagen nicht mehr als ein Stück machen lassen : nicht, daß so viel Arbeit an demselbigen zu machen wäre, tintemahl in drei oder vier Stunden eines verrichtet, aber nur bloß und allein des Schmertzens und grosser Geschwulst halber, biß daß sich dieselbige wiederum setzet und vergehet. Diese Zeichen dienen sonderlich, besser und sicherer fort zu kommen, denn wo es sonst hier und dar etwas schwer halten will, so sie dieses Zeichen sehen, glauben sie gar bald, daß man nur die heiligen Oerter zu besuchen kommen sehn. Denn sonst einer leicht bei den Türcken vor einen Kundschafter kan angesehen, angehalten, und wo der geringste Argwohn darzu kommet, hart bestraffet werden.

Register: Zeichen auff die Armen zu pfetzen, eine sonderliche Art und Gebrauch zu Bethlehem, 389. haben grosser Schmertz auszustehen, 390. Dienet um besser fort zu kommen, 391. Reg.

TROILO, FRANZ FERDINAND VON. Orientalische Reise-Beschreibung/ Wie er Zu dreyen unterschiedenen mahlen nach Jerusalem/ von dannen in Egypten auff den Berg Sinai/ und ferner nach Constantinopel sich begeben/ auff der letzten Rück-Reise aber von See-Räubern gefangen/ nach Algier in die Barbarey gebracht/ zwey mahl verkaufft/ und durch Gottes wunderbare Schickung zu Ende des 1669. Jahres wiederumb erlöset worden. Worbey aller derer Länder Art/ und heilige Örter außführlich beschrieben/ deren Inwohner erstes Herkommen/ Religionen/ Gebräuche und Sitten/ und was denckwürdiges mit grosser Leib- und Lebens-Gefahr angemercket werden mögen/ nunmehr auff Begehren dem günstigen Leser außführlich Nach vier Jahren Von dem Authore selbst abgetheilet/ vor Augen gestellet wird. Dresden/ Gedruckt und zu finden bey Melchior Bergens/ Churfl. S. Hoff-Buchdr. sel. nachgelassenen Wittibe und Erben/ 1676."

Quelle: http://www.lookintomyface.bloger.index.hr/post/zeichen-auff-die-armen-zu-pfetzen-eine-sonderliche-art-und-gebrauch-zu-bethlehem/26340898.aspx



Quelle: http://digital.slub-dresden.de/fileadmin/data/35168736X/35168736X_tif/jpegs/35168736X.pdf 
 
 
Terebinthe (Pistacia terebinthus ssp. palaestina, Pistacia atlantica) 
 
 

Zwei Beispiele für Holzstempel (Koptisch und Italienisch)



Weiter unten die Stellen aus der Bibel, wo die Terebinthe vorkommt/erwähnt wird. Das soll uns erklären oder nahe legen, warum sich die Pilgern die Terebinthe als ein Motiv für die Tätowierung ausgesucht haben. Ich vermute, für die Pilger war der Baum Terebinthe ein "Gottesbaum".  


Quelle: https://www.bibelwissenschaft.de/de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/more-3/ch/da8af1e08106160a93295bc658e58893/


Terebinthe - Bibel-Lexikon

1 Mose 12:6; 6 Und Abram durchzog das Land bis zur Ortschaft Sichem, bis zur Terebinthe Mores[Terebinthe des Lehrers, Bed.]. Damals aber waren die Kanaaniter im Land.




1. Mose 35,4;  4 Und sie gaben Jakob alle fremden Götter, die in ihrer Hand, und die Ringe, die in ihren Ohren waren, und Jakob vergrub sie unter der Terebinthe, die bei Sichem ist.




Josua 24,26; 26 Und Josua schrieb diese Worte in das Buch des Gesetzes Gottes; und er nahm einen großen Stein und richtete ihn daselbst auf unter der Terebinthe, die bei dem Heiligtum des HERRN steht.




Richter 6,11.19; 11 Und der Engel des HERRN kam und setzte sich unter die Terebinthe, die zu Ophra war, welches Joas, dem Abieseriter, gehörte. Und Gideon, sein Sohn, schlug eben Weizen aus in der Kelter, um ihn vor Midian zu flüchten. 19 Da ging Gideon hinein und bereitete ein Ziegenböcklein zu, und ungesäuerte Kuchen aus einem Epha Mehl; das Fleisch tat er in einen Korb, und die Brühe tat er in einen Topf; und er brachte es zu ihm heraus unter die Terebinthe und setzte es vor.



 

2. Samuel 18,9-14; 9 Und Absalom stieß auf die Knechte Davids; und Absalom ritt auf einem Maultier, und das Maultier kam unter die verschlungenen Zweige einer großen Terebinthe; und er blieb mit dem Haupte an der Terebinthe hangen, und schwebte zwischen Himmel und Erde; das Maultier aber, das unter ihm war, lief davon. 10 Und ein Mann sah es und berichtete es Joab und sprach: Siehe, ich habe Absalom an einer Terebinthe hangen sehen. 11 Da sprach Joab zu dem Manne, der es ihm berichtete: Siehe, wenn du ihn gesehen hast, warum hast du ihn nicht daselbst zu Boden geschlagen? und an mir war es, dir zehn Sekel Silber und einen Gürtel zu geben. 12 Aber der Mann sprach zu Joab: Und wenn ich tausend Sekel Silber auf meinen Händen wöge, würde ich meine Hand nicht nach des Königs Sohn ausstrecken; denn vor unseren Ohren hat der König dir und Abisai und Ittai geboten und gesagt: Seid vorsichtig, wer es auch sei, mit dem Jüngling, mit Absalom! 13 Hätte ich aber trüglich gegen sein Leben gehandelt, - und es bleibt ja keine Sache vor dem König verborgen - so würdest du selbst wider mich auftreten. 14 Da sprach Joab: Ich mag nicht also vor dir warten. Und er nahm drei Spieße in seine Hand und stieß sie in das Herz Absaloms, während er noch inmitten der Terebinthe lebte.






1. Könige 13,14;  14 Und er ritt dem Manne Gottes nach und fand ihn unter einer Terebinthe sitzen; und er sprach zu ihm: Bist du der Mann Gottes, der von Juda gekommen ist? Und er sprach: Ich bin's.


1. Chronika 10,12; 12 da machten sich alle tapferen Männer auf und nahmen den Leichnam Sauls und die Leichname seiner Söhne und brachten sie nach Jabes; und sie begruben ihre Gebeine unter der Terebinthe zu Jabes und fasteten sieben Tage.




Jesaja 1,29.30; 29 Denn sie werden beschämt werden wegen der Terebinthen, die ihr begehrt, und ihr werdet mit Scham bedeckt werden wegen der Gärten, an denen ihr Gefallen hattet. 30 Denn ihr werdet sein wie eine Terebinthe, deren Laub verwelkt ist, und wie ein Garten, der kein Wasser hat.


Hesekiel 6,13.13 Und ihr werdet wissen, daß ich der HERR bin, wenn ihre Erschlagenen mitten unter ihren Götzen sein werden, um ihre Altäre her, auf jedem hohen Hügel, auf allen Gipfeln der Berge und unter jedem grünen Baume und unter jeder dichtbelaubten Terebinthe, an den Orten, wo sie allen ihren Götzen lieblichen Geruch dargebracht haben.
Quelle: http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=dict&article_id=2743

LOOKINTOMYFACE @ 15:30 |Komentiraj | Komentari: 0
četvrtak, srpanj 10, 2014

TROILO, FRANZ FERDINAND VON. spominje Blagovijest kao jedan od motiva tetovaža kršćanskih hodočasnika u Betlehemu 1666 godine. Troilo o tome izvještava u knjizi "Orientalische Reise-Beschreibung", Str. 389-391


http://digital.slub-dresden.de/fileadmin/data/35168736X/35168736X_tif/jpegs/35168736X.pdf

Nije mi poznat izgled navedenog motiva. Uzimajući u obzir sačuvane uzorke predložaka koptskih kršćana, kao i predloške korištene u katoličkom hodočasničkom mjestu Loreto, pretpostavljam da je motiv bio jednostavani prikaz scene naviještanja, sa arkanđelom Gabrijelom i Blaženom Djevicom Marijom.  U svrhu ilustracije izabrao sam prikaz ispod,



O Blagovijesti

Blagovijest ili Navještenje Gospodinovo (lat. Annuntiatio) katolička je svetkovina u spomen na događaj, kada je arkanđeo Gabrijel navijestio Blaženoj Djevici Mariji, da će začeti Isusa po Duhu Svetom. Blagovijest se slavi 25. ožujka, 9 mjeseci prije Božića. Riječ je staroslavenskog porijekla i znači dobra, lijepa vijest. Prema Bibliji, arkanđeo Gabrijel navijestio je Mariji, da će začeti Sina Božjega po Duhu Svetome. Dogodilo se to u Nazaretu, u vrijeme kada je Marija bila zaručena s Josipom, ali još nisu zajedno živjeli. Arkanđeo joj se na početku obratio riječima: „Zdravo Marijo, milosti puna, Gospodin s Tobom”, što je postalo početak molitve „Zdravo Marijo”. Marija je prihvatila Božji naum riječima: „Evo službenice Gospodnje, neka mi bude po riječi tvojoj!” Arkanđeo je tada otišao. Ovo Kristovo utjelovljenje događaj je spasenja. Sin Božji utjelovio se da postane Spasitelj, da izvrši djelo spasenja. Blagovijest se slavi u korizmi, čime se naglašava radost zbog začeća djeteta, ali i žalost zbog muke koja ga čeka. U Nazaretu se nalazi Bazilika Navještenja Gospodinova. Prema predaji, Marijina kuća, gdje se dogodilo navještenje, nalazila se u Nazaretu do kraja 13. stoljeća. Tada joj je prijetilo rušenje pa su je anđeli prenijeli na Trsat u Hrvatsku. Na Trsatu je bila od 10. svibnja 1291. do 10. prosinca 1294. Tada su je anđeli, odnijeli u Loreto u Italiju, gdje je i danas. Za utjehu, papa Urban V. 1367. godine šalje na Trsat čudotvornu sliku Majke Božje imena „Majka milosti”. Predaja kaže da je sliku osobno naslikao sv. Luka Evanđelist. (Wikipedija)

B.K.

LOOKINTOMYFACE @ 15:28 |Komentiraj | Komentari: 0
utorak, srpanj 8, 2014

Weiln es hier die Gelegenheit giebt, von Bethlehem und deren Inwohnern zu reden, als will auch etwas melden von denen Turcelmannen, deren 8. oder 9. unter den Catholischen gefunden werden, welche denen dahin kommenden, was vor Conditionen sie immermehr sehn mögen, nach dererselben Belieben, doch nicht ohne Trinckgeld, ein Zeichen auff die Armen, oder wo es einer zu haben verlanget, zu stechen pflegen, welches auff folgende Weise geschicht: Sie nehmen Ochsen =Galle, kleingestossene Kohlen, und den fetten auffgehenden Rauch von den Lampen, das mischen sie unter einander, und machen eine ziemlich dick fliessende Dinte daraus, welche sie in einem kleinen glesernen Geschirr bei sich tragen. So haben sie auch über die 60. unterschiedliche in Holtz gestochene Formen und Modellen, das Hierosolymitanische Ritter=Wappen, die Kreutztragung des Herrn, das heilige Kreutz, die gantze Passion, item (lat.item = ebenso), das Zeichen von Nazareth, Maria Verkündigung, den schmertzlichen Weg, den Baum Terebinth und viel andere dergleichen Zeichen und Formen mehr. So nun ein Reisender da, der ein dergleichen Zeichen auff seinen Armen zu haben verlanget, kan er ihm mas, und wie viel deren ihme belieben, auslesen. Der Turcellmann nimmt das auf Holz gestochene Modell, bestreichts erstlich mit dem Kohlzärklein, und druckets auff den Ort, wo es einer haben will, da scheinet es, als wäre es mit einer Reitz=Kohlen abgerissen. Nach diesem hat er zwei mit Baumwollen zusammen=gebundene subtile Nähnadeln, also, das nur die Spitzen, noch ein ziemliches Theil, hervor gehen, und ist ein kleiner Hafft daran von zartem Holtz, auff daß er die Nadeln besser halten und regieren möge. Wann nun alle diese Praeparatorien geschehen, ergreifet er Arm mit einer Hand, und ziehet die Haut wohl ziemlich starck und grob an, und fänget an nach dem Lineamenten des auffgedruckten Modells zu stechen. Wann er dann nun gantz herum ist, wischt er den Ort mit einem Schwamm, den er in Wein eingetuncket hat, fein sauber ab, zu sehen ob etwas daran verfehlet, dasselbe vollends auszubessern. Hernacher spannet er den Arm sehr strenge an, die mit Nadeln gestochene Löcher mehr zu öffnen, und zu erweitern, alsdenn nimmt er das Dicke von der zugerichteten Dinten, und überschmieret den gantzen Flecken von neuen, in die Breite und in die Länge, so weit das Modell erstrecket hat, verbindet es endlich mit einer Leinwant=Binden, und muß also gantzer 8. Tage verbunden verbleiben. Endlich wirds mit Wein das erste mahl fein sauber abgewaschen, und so den andern und dritten Tag. Die Haut fänget sich an von dem Ort abzuscheelen, nicht ein = sondern wohl zwei = oder dreimahl, und bleibet letzlich die Zeichen an seinem Leibe, so lange einer lebet, und solte gleich einer ihme auch so gar die Haut abziehen, wird das eingestochene und gleichsam eingeätzte Mahl dennoch auff dem Fleische gesehen werden. Was dann aber vor ein Schmertz sei, solches auszustehen, wird der am besten zu sagen wissen, der es erfahren. Der Arm, oder das Glied, darauff mann sich zeichnen lässet, entzündet sich gantz und gar von der Ochsen=Galle, welches eine scharffe und beissende Materi an sich selbst ist, derent wegen verursachets bei vielen, die nicht starcker Complexion sein, auch so gar ein hitziges Fieber. So kann auch einer innerhalb 12. Tagen nicht mehr als ein Stück machen lassen : nicht, daß so viel Arbeit an demselbigen zu machen wäre, tintemahl in drei oder vier Stunden eines verrichtet, aber nur bloß und allein des Schmertzens und grosser Geschwulst halber, biß daß sich dieselbige wiederum setzet und vergehet. Diese Zeichen dienen sonderlich, besser und sicherer fort zu kommen, denn wo es sonst hier und dar etwas schwer halten will, so sie dieses Zeichen sehen, glauben sie gar bald, daß man nur die heiligen Oerter zu besuchen kommen sehn. Denn sonst einer leicht bei den Türcken vor einen Kundschafter kan angesehen, angehalten, und wo der geringste Argwohn darzu kommet, hart bestraffet werden.

Register: Zeichen auff die Armen zu pfetzen, eine sonderliche Art und Gebrauch zu Bethlehem, 389. haben grosser Schmertz auszustehen, 390. Dienet um besser fort zu kommen, 391. Reg.

TROILO, FRANZ FERDINAND VON. Orientalische Reise-Beschreibung/ Wie er Zu dreyen unterschiedenen mahlen nach Jerusalem/ von dannen in Egypten auff den Berg Sinai/ und ferner nach Constantinopel sich begeben/ auff der letzten Rück-Reise aber von See-Räubern gefangen/ nach Algier in die Barbarey gebracht/ zwey mahl verkaufft/ und durch Gottes wunderbare Schickung zu Ende des 1669. Jahres wiederumb erlöset worden. Worbey aller derer Länder Art/ und heilige Örter außführlich beschrieben/ deren Inwohner erstes Herkommen/ Religionen/ Gebräuche und Sitten/ und was denckwürdiges mit grosser Leib- und Lebens-Gefahr angemercket werden mögen/ nunmehr auff Begehren dem günstigen Leser außführlich Nach vier Jahren Von dem Authore selbst abgetheilet/ vor Augen gestellet wird. Dresden/ Gedruckt und zu finden bey Melchior Bergens/ Churfl. S. Hoff-Buchdr. sel. nachgelassenen Wittibe und Erben/ 1676.

 http://digital.slub-dresden.de/fileadmin/data/35168736X/35168736X_tif/jpegs/35168736X.pdf















LOOKINTOMYFACE @ 21:42 |Komentiraj | Komentari: 0
nedjelja, srpanj 6, 2014
A.M. Koldeweij

(Pilgrimage Explored, Edited by J.Stopford, 1999)







LOOKINTOMYFACE @ 10:17 |Komentiraj | Komentari: 0
subota, srpanj 5, 2014

        

"Br.7, Massai, Kassiúi, 30 godina, vrlo visok, snažan, dobro uhranjen." "Izložen" na kolonijalnoj izložbi domorodaca u Berlinu 1896 godine. "Nesimpatičnog i brutalnog izgleda." Uočljiv među njegovim sunarodnjacima, koji nisu bili kao on. Kažu da je kroz njegovo "odvratno i prezrivo ponašanje temeljito pokvario publici predstavu". "Po besramnosti i drskosti ni po čemu nije zaostajao za kamerunskim crnčugama u hlačama."

(Pogrdno prozivani "Crnac u hlačama" je bio obrazovan, oblačio se europski, i ostavljao je utisak ravnopravnosti, pa čak i nadmoćnosti u odnosu na bijelce. A to je bilo ono čega su se bijelci najviše bojali. Kassiui je bio alfa Vuk, onak koji pokreće, u grupi Massaija koje su njemački kolonizatori i robovlasnici prisilno doveli u Berlin. Vidiš mu u očima. http://www.globaleducation.ch/globaleducation_de/resources/AN_Ln/FremdeBilder_2011.pdf


LOOKINTOMYFACE @ 00:13 |Komentiraj | Komentari: 1 | Prikaži komentare
petak, srpanj 4, 2014

Kaiserin Elisabeth

Elisabeth Eugenie Amalie, genannt Sisi, wurde am Weihnachtsabend des Jahres 1837 als Tochter des Herzog Max in Bayern und der bayrischen Königstochter Ludovika (Schwester von Erzherzogin Sophie) in München geboren. Ihr Name war nicht Sissi, wie die Titelfigur in Ernst Marischkas berühmter Trilogie, sondern Sisi.(Wikipedia)

 



Kaiserin Elisabeth, Gemälde von Winterhalter. Die Existenz der zwei sogenannten „intimen“ Porträts war bis zum Ende der Monarchie öffentlich nicht bekannt, da sie im Arbeitszimmer des Kaisers hingen und nur für seine Augen bestimmt waren (Wiki)

Tatsächlich war es der auf den ersten Blick unglaubliche Umstand, dass sich die Kaiserin eine Tätowierung machen ließ. Es geschah im Jahr 1888, als sich die Kaiserin zu einer Reise nach
Griechenland und Kleinasien aufmachte. Vermutlich sah sie zahlreiche Tätowierungen auf dieser Schiffsreise – denn schließlich waren diese Verschönerungen vor allem bei Seeleuten sehr
verbreitet, die diese gerne als Andenken von ihren Südsee-Fahrten mit nach Europa brachten. Sissi, die selbst die Seefahrt liebte und auch dem hohen Seegang seinen Reiz abgewinnen konnte,
verfiel vielleicht gerade deshalb auf ein maritimes Motiv: Sie wählte als eigenen Hautschmuck einen Anker – und ließ ihn sich auf die Schulter tätowieren. Leider – aber irgendwie ja verständlicherweise – wurde von diesem Körperschmuck der Kaiserin nie eine Fotografie angefertigt. Aus damaliger Sicht war dieser Vorgang in mehrfacher Hinsicht erstaunlich: Eine Kaiserin mit einer Tätowierung – und das im reifen Alter von 50 Jahren.Wie notierte doch Tochter Valerie in ihrem Tagebuch, als sie mit ihrer Mutter gerade über ihre anstehende Verlobung sprach? »Wir redeten noch von alledem, als Papa eintrat und mich fragte, ob ich wohl schon über die furchtbare Überraschung geweint habe, dass sich nämlich Mama einen Anker auf die Schulter einbrennen ließ, was ich sehr originell und gar nicht so entsetzlich finde.« Während der Herr Papa also schockiert auf das Neue reagierte, erfreute sich das Töchterchen an ihrer modisch schicken und experimentierfreudigen Mutter – Familiensituationen, wie sie sich heute noch in ähnlichen Fragen abspielen können ...
Doch auch wenn im Herrscherhause in Wien die Überraschung groß gewesen sein mag – längst waren die Tattoos zu diesem Zeitpunkt kein exklusiver Schmuck für Matrosen mehr.
Genau das Gegenteil war der Fall: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Tätowierung in Europa eine regelrechte Blüte, wie sie wohl nur mit der Modewelle in den letzten Jahren unserer Gegenwart zu vergleichen ist. Von einer regelrechten »Tätowierungswut« war zuweilen die Rede.

»Gelegentlich entsteht eine Art epidemischer Manie, sich so ›verzieren‹ zu lassen. Wir haben es noch in letzter Zeit erlebt, daß im Passage-Panopticum feine Damen sich vor den Tischen birmanischer Tättowirer drängten, um sich Zeichen in die Haut einstoßen zu lassen.«
(Beobachtung des Arztes und Politikers Rudolph von Virchow 1897)

Der einst so exotische Körperschmuck war bald dermaßen verbreitet, dass sich Zeitgenossen zu den – vermutlich etwas über- eifrigen – Schätzungen verleiten ließen, dass bis zu 20 Prozent
der Gesamtbevölkerung tätowiert waren. Das waren zunächst einmal – zumindest aus Sicht einer kaiserlichen Familie – die niederen Leute: Seeleute vor allem und Hafenarbeiter, Soldaten
ebenso wie wandernde Handwerksburschen und selbstverständlich die Jahrmarktsleute.
Dabei hatte die Tätowierung die Schiffe, die Hafenspelunken oder Jahrmärkte längst verlassen und die prächtigen Schlösser der Reichen und Mächtigen erreicht. Im europäischen Adel wurde
das Tattoo ebenfalls chic: Frauen wie Männer nahezu aller europäischer Fürstenhäuser ließen sich tätowieren – selbst im deutschen Kaiserhaus. Zum Kreis der solchermaßen Verzierten gehörten: der König von Griechenland, Prinz Heinrich von Preußen sowie die meisten Mitglieder des englischen Königshauses. Und auch Kronprinz Rudolf von Österreich war übrigens tätowiert, also der Sohn Kaiserin Sissis. Deshalb erscheint die Bestürzung des Kaisers über Sissis Tätowierung zwar einerseits verständlich, weil er die Kaiserin an seiner Seite dann doch nicht dergestalt verziert sehen wollte, andererseits dürfte selbst dem österreichischen Monarchen diese neue Mode nicht unbekannt gewesen sein.

»Erzherzog Franz Ferdinand war auf der rechten Hüfte tätowiert, und zwar mit einer Ibisschlange, die in Ägypten als Schutzsymbol gilt. Dieselbe Tätowierung hatte auch Kronprinz Rudolf über dem Herzen, doch war der Schlangenkopf nach innen statt nach außen gerichtet.«
(Der Journalist Egon Erwin Kisch in seiner Reportage »MeineTätowierungen«)

Dass sich Elisabeth tätowieren ließ, war also für den Kaiser ein ärgerlicher Zwischenfall – dass sie sich mit den Jahren indeshäufiger als Dichterin betätigte, erschien ihm weniger gefährlich.

Kaiserin Sissi. Die schönste Frau Europas und ihre Geheimnisse.

http://images.libri.de/shop/magazine-pictures/9783462039665_0.pdf

LOOKINTOMYFACE @ 18:03 |Komentiraj | Komentari: 0
četvrtak, srpanj 3, 2014
Gustav Freytag: Bilder aus der deutschen Vergangenheit - Kapitel 2 , Band I

In Europa erlangten diese frommen Gesellschaften zuerst eine merkwürdige Bedeutung auf der entlegensten Weltinsel, in Irland. Sehr früh mußte das Mönchstum aus Ägypten dorthin gedrungen sein. In dem keltischen Volk von feurigem Sinn und leicht erregter Phantasie bildeten sich auf den Gebieten kleiner Landesherren tätige Genossenschaften von entsagenden Frommen, welche im Gottesfrieden das Land bauten, Gewerbe trieben und heilige Bücher kopierten. Uns ist überliefert, daß um das Jahr 600 das Kloster Bancor an der Grenze von Cornwallis sieben Abteilungen Mönche, jede von 300 Mann unter einem Vorsteher, gehabt habe. Sie lebten nach alter Regel und erkannten die Autorität des römischen Bischofs nicht an. Einst war die Mehrzahl von ihnen bei einem Kampf mit dem halb heidnischen, halb katholischen Angelsachsen in geschlossener Schar ausgezogen, um während der Schlacht gegen die Fremden zu beten. Der König Edilfried sah sie auf einem Hügel stehen und rief: »Wenn sie gegen uns zu ihrem Gott schreien, so schaden sie uns durch ihre Bitten, sie sind auch ohne Waffen unsere Feinde.« Und er ließ 1200 derselben niederhauen, nur fünfzig retteten sich durch die Flucht. Aus Bancor zog um 590 Columban nach dem Süden, den weltlich gesinnten Franken die Lehre der Entsagung zu verkünden, und wie er Haufen seiner Landsleute. Vom sechsten bis zwölften Jahrhundert bewahrten die irischen Mönche einen Wandertrieb wie sonst nur Germanen, sie pilgerten durch das ganze Abendland, gründeten überall Einsiedeleien und kleine Mönchsgenossenschaften und setzten sich fast in allen Klöstern fest.

Es waren Männer von altertümlicher Strenge und Einfalt, oft heftige und gewaltsame Naturen; sie lehrten in den Klöstern Frankreichs und Deutschlands, was sie von heimischer Kunst mitbrachten. Denn sie waren eifrige Musiker, zumal auf der Harfe, und große Künstler im Schreiben und Bilderzeichnen, die seltsamen Formen ihrer Arabesken und Initialen in erhaltenen Manuskripten verraten noch die alte Verbindung mit den Eremiten des Orients. Sie waren auch praktische Leute als Ackerbauer und Baumeister und verstanden viele geheime Künste des Fischfanges, welche die süddeutschen Mönche von ihnen lernten und noch Jahrhunderte später mit besonderer Freude anwandten. Selten reisten sie anders als truppweise. Sie führten lange Stöcke, lederne Quersäcke und Flaschen, trugen wallende Haare und waren häufig nach nordkeltischer Sitte an einzelnen Teilen des Leibes, zumal an den Augenlidern tätowiert. Als sie ihre Wanderfahrten begannen, waren sie noch nicht römisch-katholisch, aber sie wurden in den Germanenklöstern des Kontinents als geehrte Gäste freundlich empfangen, in der Folge, selbst als sie die Benediktinerregel angenommen hatten, nicht immer gut behandelt. Ihre Bedeutung für die Kultur des Mittelalters ist nicht gering anzuschlagen, denn fast überall fachten sie die ersten Funken christlicher Bildung in den Klöstern an. Aber in Wesen und Bräuchen blieb ihnen etwas Fremdländisches. Von ihnen stammen die Schottenmönche, welche in den Kreuzzügen noch einmal Bedeutung gewannen.



LOOKINTOMYFACE @ 19:56 |Komentiraj | Komentari: 0
Brojač posjeta
8389
Index.hr
Nema zapisa.